Wie teuer ist Backen im Vergleich zum Kochen

Was ist günstiger: Backen im Backofen oder Kochen auf dem Kochfeld?

Für eine kleine oder einfache Mahlzeit ist Kochen auf dem Kochfeld meistens günstiger als Backen im Backofen. Ein elektrisches Kochfeld benötigt pro Kochvorgang häufig etwa 0,3 bis 1 Kilowattstunde, während ein Backofen bei üblicher Temperatur während einer Stunde oft ungefähr 0,8 bis 1,5 Kilowattstunden verbraucht. Bei mehreren Portionen oder gleichzeitig zubereiteten Gerichten kann der Backofen pro Portion dennoch wirtschaftlich sein.

Ein sinnvoller Vergleich darf deshalb nicht nur auf die Laufzeit schauen. Entscheidend sind Speisenmenge, Temperatur, Anzahl der Töpfe oder Bleche und das gewünschte Ergebnis. Eine Portion Gemüse in einem Topf und vier Bleche Gebäck im Backofen erfüllen völlig unterschiedliche Aufgaben.

Für kleine Mengen ist das Kochfeld meist günstiger

Auf dem Kochfeld wird in erster Linie der Topf oder die Pfanne erhitzt. Besonders bei Induktion entsteht die Wärme direkt im geeigneten Topfboden. Für eine kleine Menge muss daher weniger Material erwärmt werden als im Backofen, der zunächst seinen gesamten Garraum, die Tür und die Innenwände auf Temperatur bringt.

Wer nur eine Sauce, eine Suppe oder eine einzelne Portion zubereitet, benötigt mit einer passenden Kochzone häufig weniger Strom. Auch kurzes Anbraten oder das Erwärmen eines kleinen Topfes ist auf dem Kochfeld meist günstiger als das Aufheizen eines großen Backofens.

Der Vorteil sinkt, wenn mehrere Töpfe lange gleichzeitig laufen. Drei Kochzonen können zusammen mehr Energie benötigen als ein Backofen, in dem mehrere Bestandteile zur selben Zeit garen.

Ein fairer Vergleich braucht dieselbe Speisenmenge

Die Frage „Backen oder Kochen?“ lässt sich nur sinnvoll beantworten, wenn Menge und Ergebnis vergleichbar sind. Ein kleiner Topf Kartoffeln ist nicht direkt mit einem großen Auflauf für sechs Personen zu vergleichen. Auch eine knusprige Kruste, die im Backofen entsteht, lässt sich auf dem Kochfeld nicht ohne Weiteres nachbilden.

Für einen realistischen Vergleich sollten folgende Punkte gleich oder zumindest ähnlich sein:

  • Anzahl der Portionen,
  • Ausgangstemperatur der Zutaten,
  • gesamte Zubereitungszeit,
  • verwendetes Zubehör und Kochgeschirr,
  • gewünschter Garzustand und Bräunung.

Ist das Ergebnis nur mit einer bestimmten Zubereitungsart erreichbar, entscheidet nicht allein der Strompreis. Ein scheinbar günstigerer Vorgang bringt wenig, wenn das Gericht anschließend nachgegart oder neu zubereitet werden muss.

Beispielkosten für Backofen und Kochfeld

Die Kosten ergeben sich aus Verbrauch und Tarifpreis. Die folgende Übersicht rechnet beispielhaft mit 0,35 Euro pro Kilowattstunde:

NutzungBeispielverbrauchBeispielkosten
Kurzer Kochvorgang0,3 kWhrund 0,11 Euro
Einfaches Gericht auf dem Kochfeld0,7 kWhrund 0,25 Euro
Durchschnittlicher Backvorgang1,0 kWhrund 0,35 Euro
Längerer oder heißer Backvorgang1,5 kWhrund 0,53 Euro

Diese Beträge sind Rechenbeispiele und keine festen Preise. Der tatsächliche Stromtarif, das Gerät und die Zubereitung können andere Werte ergeben. Wichtig ist die Größenordnung: Bei kleinen Mengen liegt das Kochfeld häufig vorn, bei größerer gemeinsamer Zubereitung kann sich der Abstand pro Portion deutlich verkleinern.

Der Backofen wird bei mehreren Portionen wirtschaftlicher

Der Backofen muss seinen Garraum unabhängig davon erwärmen, ob darin eine kleine Form oder mehrere passende Gerichte stehen. Wird die vorhandene Fläche sinnvoll genutzt, verteilt sich die Energie auf mehr Portionen. Zwei Kuchen nebeneinander oder mehrere Bleche in einer dafür vorgesehenen Umluftfunktion können günstiger sein als mehrere getrennte Backvorgänge.

Ähnliches gilt für einen großen Auflauf oder ein Blech Ofengemüse. Der absolute Verbrauch kann höher sein als bei einem einzelnen Topf, aber die Kosten pro Portion können niedriger ausfallen. Für einen Haushalt, der mehrere Mahlzeiten vorbereitet, ist deshalb die Nutzung pro Portion oft aussagekräftiger als der Verbrauch des gesamten Vorgangs.

Der Backofen bleibt jedoch nur dann wirtschaftlich, wenn die Speisen tatsächlich gemeinsam zubereitet werden können. Unterschiedliche Temperaturen und Betriebsarten lassen sich nicht beliebig kombinieren.

Vorheizen verteuert besonders kurze Backvorgänge

Der Backofen benötigt bereits Energie, bevor das Gargut eingeschoben wird. Bei einem langen Schmorgericht fällt diese Aufheizphase im Verhältnis zur gesamten Laufzeit weniger stark ins Gewicht. Bei Brötchen, Plätzchen oder einer kleinen Portion mit kurzer Garzeit kann sie einen großen Anteil des Verbrauchs ausmachen.

Vorheizen sollte trotzdem nicht pauschal ausgelassen werden. Empfindliche Teige, Brot und Pizza auf einem heißen Backstein benötigen häufig eine stabile Anfangstemperatur. Bei Aufläufen, Schmorgerichten und manchen Ofenspeisen ist ein kalter Start eher möglich. Eine genauere Entscheidungshilfe bietet Lohnt sich sparsames Vorheizen des Backofens wirklich?.

Unnötig teuer wird der Backofen vor allem, wenn er lange vor dem Einschieben leer auf Temperatur wartet. Der Start sollte deshalb möglichst zur verbleibenden Vorbereitungszeit passen.

Induktion kann den Kostenvorteil des Kochfelds vergrößern

Bei einem Induktionskochfeld entsteht die Wärme direkt im magnetischen Topfboden. Dadurch wird beim Aufheizen weniger Energie in der Kochzone gespeichert als bei einer Gussplatte oder einem strahlungsbeheizten Glaskeramikfeld. Besonders kurze Kochvorgänge profitieren von dieser direkten Wärmeübertragung.

Der Unterschied wird kleiner, wenn Speisen lange warmgehalten oder über einen langen Zeitraum gegart werden. Dann muss jede Kochfeldart fortlaufend Wärmeverluste des Topfes ausgleichen. Geeignetes Kochgeschirr und die richtige Größe bleiben auch bei Induktion wichtig.

Wie stark sich Kochdauer und Anzahl der Zonen auf den Verbrauch auswirken, erklärt Wie hoch ist der Stromverbrauch eines Kochfelds pro Kochvorgang?.

Topf, Deckel und Wassermenge entscheiden mit

Ein gut sitzender Deckel hält Wärme im Topf und verkürzt die Aufheizzeit. Ohne Deckel entweichen Wärme und Wasserdampf, die das Kochfeld ersetzen muss. Auch eine unnötig große Wassermenge erhöht Energiebedarf und Kochdauer.

Topfboden und Kochzone sollten zueinander passen. Auf einem Strahlungskochfeld geht bei einem deutlich zu kleinen Topf Wärme an der Seite verloren. Ein unebener Boden verschlechtert den Kontakt und kann das Aufheizen verlangsamen.

Nach dem Ankochen genügt für viele Speisen eine kleinere Stufe. Starkes Sprudeln bedeutet nicht automatisch schnelleres Garen. Auf trägen Kochfeldern kann außerdem die Restwärme genutzt werden, indem die Zone rechtzeitig reduziert oder ausgeschaltet wird.

Backtemperatur und Kochdauer können den Vergleich umkehren

Ein Backofen bei 250 Grad benötigt mehr Energie als bei 160 Grad. Ebenso verbraucht ein Kochfeld mehr, wenn mehrere große Töpfe lange auf hoher Stufe stehen. Deshalb ist „Backofen teurer“ keine Regel, die für jedes Gericht gilt.

Ein langes Nudelgericht mit mehreren Töpfen kann mehr Strom benötigen als ein effizient gefüllter Backofen. Umgekehrt ist das Aufheizen des gesamten Garraums für eine einzelne kleine Portion meistens unnötig aufwendig.

Auch die erste Backofenstunde ist wegen des Aufheizens häufig verbrauchsintensiver als eine spätere Stunde. Detaillierte Richtwerte stehen unter Wie hoch ist der Stromverbrauch eines Backofens pro Stunde?.

Gas und Strom lassen sich nicht direkt vergleichen

Ein Gaskochfeld verwendet für die Wärmeerzeugung Gas und nur wenig Strom für Zündung oder Steuerung. Seine Kosten hängen daher vom Gaspreis, Verbrauch und Wirkungsgrad ab. Eine Kilowattstunde Gas kostet nicht zwangsläufig dasselbe wie eine Kilowattstunde Strom.

Zudem gelangt bei einer offenen Gasflamme ein größerer Teil der Wärme in die Raumluft. Der reine Energiepreis reicht deshalb nicht für einen vollständigen Vergleich. Auch Lüftung, Sicherheit, vorhandener Anschluss und Geräteart spielen eine Rolle.

Dieser Artikel vergleicht deshalb vor allem einen elektrischen Backofen mit einem elektrischen Kochfeld. Nur dann werden Verbrauchswerte mit demselben Stromtarif berechnet.

Bei kleinen Portionen ist ein kleiner Garraum oft günstiger

Für ein einzelnes Brötchen oder eine kleine Portion ist ein großer Backofen selten die sparsamste Lösung. Ein geeignetes kleineres Gerät muss weniger Luft und Material erwärmen. Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Kleingerät automatisch effizienter arbeitet.

Entscheidend sind Leistung, Laufzeit und Fassungsvermögen. Wird ein kleines Gerät mehrfach hintereinander betrieben, kann der Vorteil gegenüber einem einmal sinnvoll gefüllten Backofen verschwinden. Auch das gewünschte Ergebnis und die Herstellerangaben bleiben wichtig.

Auf dem Kochfeld sollte die Topfgröße ebenfalls zur Portion passen. Ein großer Topf mit viel Wasser verursacht für eine kleine Menge unnötigen Energiebedarf.

So lässt sich die günstigere Zubereitung erkennen

Vor dem Einschalten helfen fünf Fragen:

  1. Wie viele Portionen werden zubereitet?
  2. Benötigt das Gericht Kruste oder gleichmäßige Rundumwärme?
  3. Wie viele Kochzonen oder Bleche werden gleichzeitig gebraucht?
  4. Muss der Backofen vollständig vorgeheizt werden?
  5. Lassen sich weitere passende Speisen gleichzeitig zubereiten?

Für eine kleine Menge mit einem Topf spricht meist das Kochfeld. Für mehrere Portionen, mehrere Bleche oder ein Gericht mit gewünschter Bräunung kann der Backofen sinnvoller sein. Die günstigste Methode ist diejenige, die das gewünschte Ergebnis ohne unnötige Wiederholung erreicht.

Die eigenen Kosten sicher ermitteln

Die Grundformel lautet:

Verbrauch in kWh × eigener Strompreis pro kWh = Kosten

Beim Backofen liefert das Produktdatenblatt einen Verbrauch pro genormtem Zyklus. Beim Kochfeld fehlt ein vergleichbarer Labelwert; hier sind Messwerte oder realistische Schätzungen hilfreicher.

Fest angeschlossene Backöfen und Kochfelder dürfen nicht mit Zwischensteckern oder provisorischen Messlösungen verbunden werden. Eine vorhandene zentrale Energieanzeige kann Orientierung geben. Für genaue Messungen am festen elektrischen Anschluss ist eine Elektrofachkraft zuständig.

Häufige Fragen zu den Kosten von Backofen und Kochfeld

Ist Kochen auf dem Kochfeld immer billiger als Backen?

Nein. Für kleine Mengen meistens, bei mehreren Töpfen oder langer Kochzeit aber nicht zwingend. Ein gut gefüllter Backofen kann pro Portion günstiger sein.

Wie viel kostet eine Stunde Backofen?

Der Verbrauch liegt bei üblicher Temperatur häufig ungefähr zwischen 0,8 und 1,5 Kilowattstunden. Dieser Wert wird mit dem Preis des eigenen Stromtarifs multipliziert.

Wie viel kostet ein Kochvorgang auf dem Kochfeld?

Ein gewöhnlicher elektrischer Kochvorgang benötigt oft etwa 0,3 bis 1 Kilowattstunde. Anzahl der Zonen, Kochzeit, Topf und Deckel können den Wert deutlich verändern.

Ist ein voller Backofen sparsamer?

Der Gesamtverbrauch wird nicht automatisch niedriger, aber die Energie verteilt sich auf mehr Speisen oder Portionen. Dadurch können die Kosten pro Portion sinken.

Spart gemeinsames Backen mehr als mehrere Kochvorgänge?

Das kann der Fall sein, wenn Speisen dieselbe Temperatur und Betriebsart benötigen. Müssen sie nacheinander oder mit unterschiedlichen Einstellungen gegart werden, ist der Vorteil kleiner.

Für kleine Mengen ist das Kochfeld meist günstiger, während ein sinnvoll gefüllter Backofen bei mehreren Portionen wirtschaftlich arbeiten kann. Entscheidend sind nicht nur Minuten, sondern Verbrauch pro fertiger Portion und gewünschtes Ergebnis. Wie Verbrauchswerte, Kosten pro Portion und weitere Nutzungsfaktoren zusammenhängen, erklärt Herd und Backofen – Stromverbrauch, Energiebedarf und Kostenstruktur beim Kochen und Backen.

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